Wie durch Spenden Lebensbedingungen verbessert werden
Das Büro vom MFM-Äthiopien befindet sich in Addis Abeba. Es ist die Schaltstelle für alle Entscheidungen und Maßnahmen, die 13 (meistens hunderte Kilometer entfernte) Projektgebiete betreffen. Die von MFM-Belgien errichtete Berufsschule in Bure war 700 km, aktuelle Projekte in Boreda und Kawo Koysha liegen im Süden des Landes und sind 400 Km von der Hauptstadt entfernt. In jedem Projektgebiet ist ein MFM-Mitarbeiter ständig präsent, der vor Ort und mit der Bevölkerung Mitarbeiter auswählt und ausbildet. Ein MFM-Belgien Team reiste auf eigene Kosten Ende Februar nach Äthiopien. Hier folgt die Fortsetzung der Berichterstattung.
Ein zufriedener Arzt
Paulus strahlt uns an und steckt die Hände in die Taschen seines weißen Arztkittels. Vier Zimmer umfasst das kleine Gesundheitszentrum, das er in Boreda mit drei Mitarbeitern betreut. Es wurde von der Regierung gebaut. Nur für die Einrichtung reichte das Geld nicht. 2023 wurde Boreda als neues MFM-Projektgebiet ausgewählt. Nur wenig später wurden dort erste Malariafälle gemeldet, MFM wurde alarmiert und angesichts der ernsten Lage stellte die Hilfsorganisation die Einrichtung zur Verfügung.
Weil die oberhalb des Zentrums gelegene neuerschlossene Quellfassung (von MFM-Belgien finanziert) sehr ergiebig war, konnten Wasserrohre bis zur Primarschule und zum gegenüberliegenden Gesundheitszentrum verlegt werden. Paulus kann jetzt arbeiten: den Verdacht auf Malaria ausräumen oder erste Medikamente verabreichen. Der 25-jährige, der ein sechsmonatiges Praktikum in Brüssel absolvierte und für Eden Hazard und Kevin de Bruyne schwärmt, hat im letzten Jahr 120 Babys auf die Welt gebracht. Stolz berichtet er, dass in seinem Bereich keine schwangere Frau zuhause gebärt.
Ein häufig verschwiegenes Thema
Wahrhaftig ein Grund zum Strahlen, denn es bedeutet auch, dass die Frauen Vorsorge und Beratung in Anspruch nehmen und sich nach der Geburt um Nachsorge und Impfungen bemühen. Dem Thema Frauengesundheit widmet MFM besondere Aufmerksamkeit. Das wird uns am nächsten Tag in Kawo Koysha bewusst, als wir Workinesh an der Wasserstelle treffen. Die 54-jährige Mutter von sieben Kindern litt an Gebärmuttersenkung, was Inkontinenz und starke Schmerzen verursachte. Erst als eine Sozialarbeiterin von MFM über die Krankheit sprach, vertraute sie sich ihr an. MFM organisierte die Fahrt zum Krankenhaus und die Operation und Workinesh kann heute wieder Wasser holen und sich um ihre Enkel kümmern.
Zuerst kommt Kommunikation
Ausschlaggebend für die Arbeit in den entlegenen Gebieten ist die Sprache der Region zu sprechen oder Mitarbeiter zu beschäftigen, die übersetzen.
In den ländlichen Gebieten bedeutet Fortschritt oft, die Landwirte zu beraten und manchmal zum Umdenken zu bringen. “Das ist kein leichtes Unterfangen“, sagt Tesfalidet Gebrekidan. Er ist der Leiter des Projektgebietes Boreda. Wir stehen mit ihm in kniehohem Gras und staunen über die jungen 2 Meter hohen Bäume in dem Aufforstungsprojekt, das MFM-Belgien seit 2024 begleitet. Tesfa erzählt, dass die Bauern sich rigoros an das Verbot halten, das Vieh in den Bereich zu treiben. „Sie sind übereingekommen, dass sie 500 Birr Strafe zahlen, falls eines ihrer Tiere sich hier verläuft. Das ist viel Geld für sie. Aber nächste Woche kommen sie auf den Berg, schneiden das Gras und bringen es runter für ihre Tiere. Und wenn der Regen jetzt im März kommt, können Bäume und Gras wieder sprießen!“
Zuvor hatten wir uns die Baumschule in Awsatu Abaya angeschaut, wo die Setzlinge für die Bepflanzung gezogen werden. Es ist ein kleines grünes Paradies mit Baumsetzlingen aber auch veredelten Kaffeesträuchern und Avocado Bäumen, die bessere Ernten garantieren.
Frauen kümmern sich um die jungen Pflanzen und verdienen etwas hinzu.
Tesfa nimmt uns mit auf das Feld von Mengesha und erklärt uns, warum er ein Modellbauer ist. Zwischen den Kaffeesträuchern, die erst in drei Jahren Bohnen tragen, gedeihen Süßkartoffeln, Hülsenfrüchte, Kassava, und Ensete, die „falsche Banane“, die auch „Baum gegen Hunger“ genannt wird. Tesfa erklärt uns, dass Mengesha dank der Vielfalt auf seinem Acker regelmäßig erntet und vom Markt mit einem Birr-Betrag zurückkehrt. Das Einkommen von seiner Familie verbessert sich!
Es bleibt noch viel zu tun
In Kawo Koysha verstehen wir am nächsten Tag beim Anblick der abgeholzten, kahlgeweideten Hügel, dass unsere Spenden 2026 für das 25 ha große Aufforstung Projekt gut angelegt sind und wissen, gemessen an der Dankbarkeit, die uns überall so herzlich gezeigt wurde, wie wichtig für die Menschen der Bau von drei Quellfassungen sein wird, denn nur 21% der Bevölkerung haben heute Zugang zu Trinkwasser!
In Jimma treffen wir den Botschafter von MFM, einen beliebten und berühmten Äthiopier: Haile Gebrselassie ist ehemaliger Langstreckenläufer, mehrfacher Olympiasieger und stellte 26 Weltrekorde auf. Haile ist heute ein erfolgreicher Geschäftsmann, der massiv in seinem Heimatland investiert. Er ist in Jimma, um MFM-Belgien für den mehr als dreißigjährigen Einsatz für sein Land zu danken. Das ist ein Dankeschön, das unseren Freunden und Spendern gehört!
Wie ein roter Faden hat sich das Engagement unserer Kollegen und Freunde von MFM Äthiopien durch unseren Besuch gezogen. Es ist als ob Haile zum Abschluss ausdrückt, was sie und uns bewegt. Er sagte nämlich sein Traum sei „Äthiopien wirklich in allen Bereichen aufblühen zu sehen.“



































