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Ein Eupener wird in Äthiopien zum Hoffnungsträger

Einweihung des Erich Becker Polytechnikums in Bure

Für das vierköpfige „Menschen für Menschen-Belgien“-Team wird der 21.Februar 2026 unvergesslich bleiben. Eine großzügige Erbschaft ermöglichte die Planung und den Bau einer Berufsschule im Westen des afrikanischen Landes. Vier Jahre später wurde die Schule jetzt eingeweiht.

Unterwegs nach Bure

Während der Fahrt vom Flughafen in Gambella nahe der sudanesischen Grenze staunten wir über dutzende halbfertige Tankstellen. Preiserhöhungen in Äthiopien und der Bürgerkrieg im Sudan hatten dem Treibstoff-Tourismus ein jähes Ende beschert.  Stattdessen kamen Kriegsflüchtlinge über die Grenze: das Krankenhaus im 120 km entfernten Metu ist für 3,6 Millionen geflüchteter Sudanesen zuständig. Eine Erinnerung daran, dass Nachbarländer und nicht vorrangig das Migrantenscheue Europa Ziel von Flüchtlingen sind.

Dass auch eine im Landesinnern eher seltene geteerte Straße keine Garantie für schnelles Weiterkommen bietet, wurde schnell deutlich.  Schlaglöcher und Vieh auf dem Weg zur nächsten Weide verlangten Slalomfahren.

Freudengetriller stoppt uns

Aber dann waren es weißgekleidete Frauen, Männer und Kinder, die plötzlich die Straße sperrten: die Dorfältesten von Bure wollten die Einweihung nicht abwarten, sondern uns einen Tag vorher schon die Berufsschule zeigen und uns danken. Die Frauen stimmten ein Freudengetriller an, nahmen uns an die Hand, und dann betraten wir alle zusammen das großzügige Schulgelände und besuchten die Werkshallen, wo Techniker die Maschinen anwarfen. 

 

Anfangs sah es so aus, dass MFM-Belgien das gesamte Projekt in Bure stemmen könne. Doch Verzögerungen und Preiserhöhungen führten dazu, dass die Bayrische Staatskanzlei als zusätzlicher Geldgeber hinzukam. So konnte Lena in München den internationalen Preisvergleich zu einem guten Ende bringen. Maschinen und Werkzeuge wurden von Hamburg aus nach Dschibuti verschifft und von dort aus quer durch Äthiopien transportiert.

Wir schlenderten durch die hellen Hallen mit Maschinen aus Italien, Deutschland und Österreich. Junge Männer und Frauen werden ab jetzt hier drei Jahre lang ausgebildet und dann auf dem Arbeitsmarkt als gut ausgebildete Automechaniker, Fertigungs- oder Elektrotechniker und Schreiner bessere Chancen für ihr Leben haben.

In weiß zur Einweihung

Am nächsten Tag erwartete uns die nächste Überraschung. Uns wurden traditionelle weiße Baumwollkleider mit den für Oromia üblichen rot-schwarzen Bordüren überreicht.  Die Herren zogen langärmlige weiße Sakkos mit rot-schwarzen Applikationen über.  Damit wurde uns eine große Ehre zuteil, denn mit der Kleidung wurde unsere Zugehörigkeit zur einheimischen Bevölkerung bescheinigt. 

 

Eine jubelnde Menschenmenge erwartete uns vor dem Torbogen zum Schulgelände und dann durchschnitten Dr. Sebastian Brandis für MFM-Deutschland und Bernadette Hüwels für MFM-Belgien das Band und gaben den Weg zum Polytechnikum in Bure frei.

„Es erscheint immer unmöglich, bis es vollbracht ist“

Im Zelt gegenüber von den Werkshallen warteten Dorfälteste und geladene Gäste auf uns. Nach temperamentvollen Tänzen, baten dann Vertreter von vier Glaubensgemeinschaften um göttliches Wohlgefallen für die Berufsschule und ihre Nutzer. In den nachfolgenden Ansprachen klang immer wieder Dankbarkeit für die von „Menschen für Menschen,  praktizierte Solidarität an, die darauf abziele Unabhängigkeit und Eigenständigkeit zu schaffen und Selbstentwicklung und Stärkung der lokalen Gemeinschaft zu fördern.

 

Gerührt überreichte Bernadette Hüwels Bälle zur Freizeitgestaltung der Studenten, vor allem aber auch ein Foto von Erich Becker mit dem Mandela Zitat „Es erscheint immer unmöglich, bis es vollbracht ist“

Erich Becker hatte es ermöglicht, dass Yilma Taye, der MFM- Landesverantwortliche von Äthiopien, dem Schuldirektor die Schlüssel der Berufsschule überreichen konnte. Das ließ die Anwesenden ein lautstarkes, fröhliches „Shep,shep,shep…“ anstimmen, ein Wunsch für die künftigen Studenten und die Region Illubabor höhere, bessere und weitere Ziele anzustreben.

 

Für uns ging es mit einer siebenstündigen Fahrt Richtung Boreda, einem weiteren Projektgebiet in Äthiopien weiter. Darüber später mehr an dieser Stelle.